Bruno von der Kameliden-Kultur

Bruno, unser Wallach, wurde 2009 geboren und kam als Hengst 2015 zu uns. Er verbrachte sein ganzes vorherhiges Leben auf einem Freizeithof, leider ohne Artgenossen und nur mit einer Herde von Ziegen zusammen. Zum Glück entdeckten wir den lustig aussehenden Kerl und holten ihn nach Schwarme.

Bruno kam zu uns und wir stellten schnell fest, dass er das lebende Beispiel für die allseits gefürchtete Fehlprägung war. Er kannte bis dahin kein Zusammenleben in einem Alpaka-Herdenverband. Schnell erwies er sich unseren Stuten gegenüber unsozial und uns gegenüber als reichlich aggressiv.

Für uns stand fest, dass wir trotz aller Warnungen vor fehlgeprägten Tieren, unseren Bruno nicht aufgeben würden. Wir hielten ihn separiert von der Stutenherde, ließen an einem windigen Herbstag einen Tierarzt kommen und dieser machte aus unserem Hengst-Bruno einen Wallach-Bruno.

In den folgenden Monaten und mit viel Mühe, Geduld und einigen harten Kämpfen, veränderte sich Brunos Verhalten. Heute können wir sagen: Wallach-Bruno ist zu einem absolut wichtigen Bestandteil unserer Herde geworden. Auch uns gegenüber ist er mittlerweile zutraulich und friedlich.

Bruno ist das „Weichei“ unserer Herde geworden: Solarlampen, Futternäpfe und jede auch noch so kleine Veränderung in seiner direkten Umwelt, werden mit lautem „Gesummse“ kommentiert und schlagen ihn immer wieder mal in die Flucht.

Morgens verlässt er den Stall immer als Erster; entdeckt er dabei jedoch irgendetwas, das er grad als gruselig einstuft, geht er keinen Schritt weiter und „verkorkt“ so den Ausgang bis wir ihn überreden können oder das jeweilige „Höllenteil“ entfernt haben 🙂

Er hat es vor seiner Kastration noch geschafft, sein lustiges Aussehen zu vererben und bescherte uns seine wunderschöne Tochter Ikea.

Als Fazit: gebt fehlgeprägte Tiere bitte nicht auf, unser Bruno ist heute ausgeglichen, fröhlich und ein absolut liebenswerter, lustiger Zeitgenosse, der sein Alpakaleben in vollen Zügen geniesst.

 

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